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Ein Bericht aus der Praxis

22.10.2019

Ein Bericht aus der Praxis: Diabetes - GZ-Messgerät mit Online Monitor

Wie die meisten Menschen wissen, hat die Diagnose Diabetes die unterschiedlichsten Auswirkungen auf den Betroffenen. Hier meine ich nicht nur den Unterschied zwischen Typ 1 und Typ 2 und die entsprechende Behandlung mit Tabletten oder Insulin-Injektionen, sondern auch die individuellen Auswirkungen auf den jeweils Betroffenen.

Ein Bewohner der Wohn- und Förderstätte leidet an einer besonderen Form von Diabetes, die dazu führt, dass er massiv unterzuckert, ohne dass sich dies im Vorfeld bemerkbar macht. Bei einer normalen Blutzuckerüberwachung (BZ), bei der ein Teststreifen mit frischem Kapillarblut in ein kleines Gerät zur Messung eingelegt wird, kann dies gar nicht oder erst viel zu spät festgestellt werden. Zudem ist für jede Messung ein Stich in eine Fingerkuppe nötig, um das frische Kapillarblut zu erhalten.

Glücklicherweise schreitet auch die für Patienten nutzbare Medizintechnik immer weiter voran: ein namhafter Hersteller hat ein System entwickelt, bei dem ein im Hautgewebe implantierter Sensor (muss alle 10 Tage gewechselt werden) 24/7 den aktuellen Gewebezuckerwert (GZ) misst und an ein Empfangsgerät sendet. Da dieses System zur Selbstanwendung entwickelt wurde, ist die Sende- und Empfangsleistung über Bluetooth entsprechend gering und erlaubt keine Fernüberwachung durch eine weitere Person. Eine Erweiterung des bestehenden Systems ist zwar möglich, stellt aber keine Leistung der Krankenversicherung mehr dar und muss vom Patienten selbst finanziert werden. Benötigt werden hier zwei Smartphones, die ständig mit dem Internet verbunden sein müssen. Ein Gerät bleibt in der Nähe des Patienten und das andere Gerät befindet sich beim Personal und ist durch die „follow App“ mit dem anderen Empfänger verbunden.  

Dieses System bringt eine Vielzahl an Vorteilen mit sich:

  • Der Mitarbeiter der Wohngruppe kann auf bestimmte Situationen reagieren, wenn das zweite Smartphone anhand vorkonfigurierter Werte bei Absinken des  GZ-Wertes Alarm schlägt, ohne in unmittelbarer Nähe des Bewohners sein zu müssen.
  • Es ist keine (blutige) Messung am Finger mehr nötig.
  • Der Bewohner kann nachts endlich wieder durchschlafen, weil er für keine BZ-Messung mehr geweckt werden muss.
  • Der behandelnde Diabetologe kann genauer sehen, zu welchen Uhrzeiten die Werte gut, schlecht oder verbesserungswürdig sind und kann seinen Patienten so besser medikamentös einstellen.

Da der betroffene Bewohner leider völlig mittellos ist, wurden ihm zwei leistungsstarke Smartphones inklusive laufendem Vertrag mit einer Internet-Flatrate vom RBV kostenfrei zur Verfügung gestellt.