Aktuelles

Aktuelle Veranstaltungen

Neubau Kurzzeitpflege und Blindenheim

12.06.2019

Eröffnung des Gesundheitsquartiers Düren

Ein integriert-vernetztes Modell zur Versorgung von Menschen.

Nach dem ‚Ersten Spatenstich‘ im April und dem Richtfest im November des Jahres 2017 ist das Gesundheitsquartier Düren am Standort Schoellerstraße/Roonstraße nun eröffnet worden.

Die Neubauten an der Schoellerstraße/Roonstraße sind nach dem Bau zweier Ärztehäuser an der Merzenicher Straße ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung vom reinen Klinikstandort zum Gesundheitsquartier rund um das Krankenhaus Düren. Seit einigen Jahren kooperieren das Krankenhaus, die LVR-Klinik und der Rheinische Blindenfürsorgeverein 1886 Düren (RBV) vor Ort, um zukunftsorientierte Modelle für eine medizinische, soziale und quartiersbezogene Versorgung und Betreuung zu entwickeln. Im Blickpunkt stehen einmal betagte bis hochbetagte Menschen, die als Krankenhauspatienten und über den Klinikaufenthalt hinaus von den vernetzten medizinischen, gerontopsychiatrischen und altenpflegerischen Kompetenzen der drei Partner profitieren können: Im Erdgeschoss und dem 1. OG des Gebäudes an der Schoellerstraße unterhält die LVR-Klinik Düren eine Tagesklinik mit 20 Betten sowie eine gerontopsychiatrische Ambulanz. Im 2. u. 3. OG betreibt der RBV eine solitäre Einrichtung für Kurzzeitpflege mit ebenfalls 20 Betten.

Oft werden pflegebedürftige Angehörige im häuslichen Umfeld versorgt. Ist dies vorübergehend nicht möglich, sieht der Gesetzgeber die Möglichkeit einer Kurzzeitpflege vor. „Man spricht von Kurzzeitpflege, wenn die pflegebedürftige Person für eine begrenzte Zeit eine vollstationäre Pflege benötigt.“ In Betracht kommen kann die Kurzzeitpflege nach einem stationären Krankenhausaufenthalt, vor allem als alleine lebender Senior; wenn die Pflegebedürftigkeit des zuhause gepflegten Seniors spontan steigt; die Pflegebedürftigkeit unerwartet auftritt und im häuslichen Umfeld erst Maßnahmen geschaffen werden müssen; die pflegenden Angehörigen vorübergehend erkrankt sind oder auch einfach mal eine Auszeit oder Urlaub brauchen. Anspruch auf Kurzzeitpflege haben alle anerkannt Pflegebedürftigen ab dem Pflegegrad 2 sowie Menschen, die nach Krankheit oder Unfall plötzlich pflegebedürftig sind.

Das Eckgebäude an der Schoellerstraße/Roonstraße beherbergt den Neubau des Rheinischen Blindenheims, da das Altgebäude nicht mehr den Anforderungen des aktuellen Wohn- und Teilhabegesetzes entsprach. Bereits 2012 wurde seitens des Vorstands über einen Ersatzneubau entschieden. Unterstützt durch das Anreizprogramm des Landschaftsverbandes Rheinland zur Konversion und Dezentralisierung konnten durch Trainingsmaßnahmen bereits mehrere Bewohner auch nach langjähriger stationärer Unterbringung auf eigenständiges Wohnen vorbereitet werden.

Das neue Blindenheim ist ein viergeschossiger Bau mit 24 Plätzen, bei dem auf drei Etagen in sechs Gruppen je vier Bewohner untergebracht sind. Dazu kommen im 3. OG neun Appartements für das ambulant betreute Wohnen, die ebenfalls von überwiegend blinden und sehbehinderten Menschen genutzt werden. Das Gebäude ist vollständig unterkellert. Um neben erblindeten und sehbehinderten Menschen auch Rollstuhlfahrern gerecht zu werden, sind sämtliche Räume barrierefrei ausgebildet. Hierzu gehören vor allem die Beleuchtung, Orientierungshilfen an Wänden und in den Fußböden, taktile und kontrastreiche Bedienungselemente, Orientierung durch akustische Reize, Treppenhausabsturzsicherungen sowie Fingerklemmschutz. Aufgrund seiner geo-strukturellen Lage wurde das Gebäude erdbebensicher errichtet. In den freiwerdenden Gebäudeteilen werden zukünftig ebenfalls Dienstleistungen angeboten, die den Kompetenzen und satzungsgemäßen Aufgaben des RBV entsprechen.

RBV, LVR und Krankenhaus Düren schaffen mit allen Beteiligten ein Modell für die Bewältigung der Herausforderungen an eine zukünftige medizinische, soziale und quartiersbezogene Versorgung und Betreuung.